21.03.2026 - Baubetriebshof
Als Freiwillige Feuerwehr stehen wir auch bei Verkehrsunfällen vor denselben Herausforderungen wie hauptamtliche Kräfte in größeren Städten. Eingeklemmte Personen, instabile Fahrzeuge und Zeitdruck machen solche Einsätze besonders anspruchsvoll. Umso wichtiger ist es, dass die Handgriffe sitzen und Abläufe beherrscht werden.
Um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden, führen wir regelmäßig zusätzliche Ausbildungstage in Form von Workshops durch. Diese bieten die Möglichkeit, sich intensiv mit einzelnen Themen auseinanderzusetzen und neue Techniken praktisch zu erproben – ergänzend zum regulären Übungsdienst.
Im Rahmen unseres Workshops beschäftigten wir uns mit dem Thema „Verkehrsunfall“.
Am Vormittag behandelten wir dazu zwei Themenschwerpunkte:
Stabilisierungssystem Paratec
Im ersten Themengebiet ging es um die Stabilisierung von verunfallten Fahrzeugen. Unterstützt wurden wir dabei von der Feuerwehr Schwagstorf, die ihr Stabilisierungssystem Paratech vorstellte.
- Grundlagen der Fahrzeugsicherung bei Verkehrsunfällen
- Stabilisierung von Fahrzeugen in Seiten- und Dachlage
- Aufbau und Anwendung des Paratech-Systems
- Taktisches Vorgehen zur sicheren Arbeitsumgebung für den Rettungstrupp
- Praktische Übungen zur Stabilisierung an verschiedenen Fahrzeuglagen
Hydraulische Rettungsgeräte (Akkubetrieb)
Außerdem beschäftigten wir uns mit neuen modernen hydraulischen Rettungsgeräten, schwerpunktmäßig mit Akkubetrieb. Hierzu begrüßten wir einen Vertreter der Firma Lukas, der uns die neuesten Entwicklungen im Bereich Schneid- und Spreiztechnik präsentierte – insbesondere im Hinblick auf eine mögliche Neubeschaffung für unser zukünftiges Fahrzeug.
- Vorstellung verschiedener akkubetriebener Rettungsgeräte
- Unterschiede zu klassischen, aggregatbetriebenen Systemen
- Handhabung, Ergonomie und Einsatzmöglichkeiten
- Praktisches Ausprobieren von Schere und Spreizer an einem Übungsfahrzeug
- Einschätzung von Leistung, Gewicht und Flexibilität im Einsatz
Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen hatten die Gelegenheit, die Geräte selbst zu testen und sich ein realistisches Bild von deren Leistungsfähigkeit im Einsatz zu machen.
Einsatzübung am Nachmittag
Nach einer gemeinsamen Mittagspause wurde das Gelernte in einer Einsatzübung umgesetzt.
Angenommen wurde ein Verkehrsunfall mit einem auf der Seite liegenden PKW und zwei Insassen, wovon eine eingeklemmt war. Hierbei konnten vor allem der folgende Ablauf vertieft werden:
- Ersteintreffende Kräfte sicherten die Einsatzstelle und erkundeten die Lage
- Das Fahrzeug wurde mit einem zuvor geübten Stabilisierungssystem gesichert
- Parallel dazu wurde der Brandschutz sichergestellt
- Ein Zugang zur verletzten Person wurde geschaffen
- Einsatz von hydraulischem Rettungsgerät zur patientenschonenden Rettung
- Betreuung der verletzten Person während der technischen Rettung
Durch das realitätsnahe Szenario konnten die Teilnehmer die Abläufe unter Einsatzbedingungen trainieren und wichtige Erfahrungen sammeln.
Zum Abschluss des Tages folgte eine gemeinsame Nachbesprechung, in der der Übungsverlauf reflektiert und Verbesserungspotenziale besprochen wurden. Anschließend wurden die Fahrzeuge wieder einsatzbereit gemacht.
Auch dieser Workshop zeigte erneut, wie wichtig regelmäßige und praxisnahe Ausbildung ist. Die Rückmeldungen der Teilnehmer waren durchweg positiv – insbesondere die Möglichkeit, neue Technik kennenzulernen und unter realistischen Bedingungen zu trainieren, wurde sehr geschätzt.
Ein großes Dankeschön gilt allen Beteiligten, insbesondere den Kameraden der Feuerwehr Schwagstorf und der Firma Lukas, die die Durchführung des Workshops in dieser Qualität möglich gemacht haben.